Neuseeland: Das Land der Hobbits, in dem Mutter Natur ihr Meisterstück abgeliefert hat. Zwei Inseln am anderen Ende der Welt, die sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt haben. Wer das Gefühl von Freiheit sucht, wird es in Neuseeland endlich finden. Egal ob Adrenalin-Kick beim Skydiving oder die Einsamkeit einer Berghütte – die Intensität von drei Wochen Roadtrip hat unseren Kopf leergefegt, den Blick geschärft und uns zum Staunen gebracht.

    Ein kleiner Ausschnitt aus dem Reise-Kopfkino: Unsere ganz persönlichen 15 Neuseeland-Must Do’s!

    Travelling is not Vacation!

    Ein 4.500 Kilometer Roadtrip mit 70 Stunden auf der Straße ist kein All-Inclusive-Urlaub. Neuseeland war das glatte Gegenteil davon. Wenn du aber eines Tages aufwachst und dir partout nicht einfallen will, ob gerade Montag oder Dienstag ist, hat sich was bewegt.

    Sonst immer im Kopf, orientiert an unzähligen Terminen bist du ja nie ganz frei. Wenn aber der Inhalt deines Rucksacks alles ist, was du an vertrauten Gegenständen hast, die Suche nach der nächsten Unterkunft schon ein kleines Abenteuer darstellt und du plötzlich all deine Entscheidungen (links oder rechts abbiegen?) einfach so treffen kannst? Dann ist bist du frei! Und Neuseeland ist der perfekte Ort, um diese Freiheit auszuprobieren, sich an ihr zu messen und sie voll und ganz zu genießen.

    Laufen am Strand

    Die Top 15 Neuseeland Highlights

    Was bleibt, sind die besonderen Momente: jene Orte, wo die Zeit stehen geblieben ist, das Gras vielleicht ein bisschen grüner war und Kopf und Herz ganz bei der Sache. Wir haben versucht, ein wenig Ordnung in diese Momente zu bringen – rausgekommen sind unsere ganz persönlichen 15 Neuseeland Highlights!

    Damit du das alles erleben kannst, lies unbedingt unseren Neuseeland Beitrag mit der perfekten Route für 3 Wochen Rundreise.

    15. Book a Bach

    Knapp nach dem Ende der Hochsaison sind kurzfristige Camper-Buchungen mit hohen Gebühren verbunden (1/2 Jahr vor Antritt der Reise wäre eine Reservierung optimal). Wir hatten uns daher entschieden, Neuseeland mit dem Mietwagen zu erkunden und Unterkünfte unterwegs zu buchen.

    Nachdem Hostels, Dorms & Co. nicht unser Ding sind, haben wir in Hotels (selten), in Bed and Breakfasts (schon ein bisschen öfter) und in Baches (sehr oft) geschlafen.

    Vorher noch nie das Wort „Bach“ gehört, hat es in Neuseeland genau eine Nacht gedauert, bis uns dessen Bedeutung klar geworden ist. Etwa 10% aller Neuseeländer besitzen ein kleines und meist recht einfaches Zweithäuschen für Wochenenden in der Natur – „Baches“ eben. Die anderen 90% der Kiwis mieten diese Cottages für ihre eigenen Kurzurlaube. Und Touristen können das natürlich auch tun.

    Zu finden sind Baches über
    Bookabach (einfach, dafür günstig)
    Holidayhouses (etwas mehr Ausstattung, dafür teurer)
    Airbnb (für super kurzfristige Buchungen ideal, ansonsten aufgrund der Gebühren teurer)
    – und manchmal auch über eigene Websites (einfach „Bach in [Ort]“ ergoogeln)

    Das Preisniveau ist je nach Region, Lage und Auslastung unterschiedlich. Wir haben für unsere Häuschen meist zwischen 90 und 160 NZD (etwa 60-100 Euro) pro Nacht bezahlt. Dafür gabs Küche, Waschmaschine/Trockner und manchmal sogar WiFi inklusive.

    Wer selbst kocht, kann Neuseeland auf diese Weise erheblich günstiger bereisen, als das bei Hotel- oder kurzfristigen Camper-Buchungen der Fall wäre.

    14. Relaxen im Polynesian Spa

    Egal ob nach 8 Stunden Autofahrt oder bei Regen – das Polynesian Spa in Rotorua (definitiv die Schwefel-Hauptstadt Neuseelands) sitzt auf vulkanisch-heißen Quellen und stellt sie seinen Besuchern in Pools Indoor wie Outdoor zur Verfügung.

    Wer den Geruch nach faulen Eiern nicht scheut, kann im Priest Spa bei 38-42 Grad Wassertemperatur wunderbar entspannen. Blick auf einen schwefelhaltigen See inklusive.

    Unsere Empfehlung: Unbedingt bei Sonnenuntergang ausprobieren – der Ausblick ist fantastisch!

    13. Erkunde Hobbiton

    Neuseeland ist Herr der Ringe. Herr der Ringe ist Neuseeland. An allen Ecken begegnet den Besuchern das Erbe der Filme. Und sowohl auf der Nord- als auch auf der Südinsel werden Touren zu den Drehorten angeboten.

    Ein Besuch des Auenlandes gehört aus diesem Grund wohl zum Pflichtprogramm, auch wenn die Eintrittspreise mit 75 NZD pro Person geschmalzen sind.

    Schon die Fahrt dorthin lässt erahnen, warum Peter Jackson die Hügel rund um Matamata zum Drehort für die Filme auserkoren hat. Vom Carpark wird man per Bus über den Grundbesitz einer Schaffarm nach Hobbiton gefahren. Und dort – Überraschung – sieht’s tatsächlich aus wie in den Filmen.

    Das Auenland wirkt ein wenig so, als wäre es gerade erst von den Hobbits verlassen worden. Ungelesene Post in den Briefkästen, die Wäsche zum Trocknen auf der Leine und frisch gepflücktes Gemüse aus dem Garten: Mit viel Liebe zum Detail hat man die Filmkulisse zur Touristenattraktion umgebaut – Abschlussbier im Shires Rest inklusive.

    12. Grill dir dein neuseeländisches Steak

    Ribeye, T-Bone, Sirloin – die Steakauswahl in Neuseeland ist unglaublich groß. Und jeder Kiwi der etwas auf sich hält, hat einen riesengroßen Grill im Garten. Nachdem auch die meisten Baches mit Barbecues und entsprechendem Zubehör ausgerüstet sind, kommt man an einer eigenen Grillerei kaum vorbei.

    Tipp: Unbedingt das köstliche Wagyu-Beef probieren – nicht umsonst zählt diese Fleischsorte zu den besten!

    11.  Die Gottheit im Wald: Tane Mahuta im Waipoua Forest

    Kathi vor Tane Mahuta

    Neuseeland hat sich viel von seinen so ursprünglichen Naturschätzen bewahrt. Die Kauri-Bäume wären trotzdem beinahe ausgerottet worden. Europäische Siedler wussten das Holz zu schätzen und haben damit Schiffe und Häuser gebaut, bis von den Wäldern fast nichts mehr übrig war.

    Heute findet man die größten Kauri-Bäume hoch oben im Norden, im Waipoua Forest. Erst 1928 entdeckt, ist der dort wachsende Tāne Mahuta einer der größten heute noch lebenden Bäume und der bekannteste Baum Neuseelands. Und der ist leicht zu erreichen: Vom Parkplatz mitten im Nationalpark sind es zum Baum keine 10 Minuten.

    Das Alter von Tāne Mahuta wird auf 1.250 bis 2.500 Jahre geschätzt. 51,2 Meter hoch, 4,4 Meter Durchmesser – beeindruckende Zahlen. Davor zu stehen und den gewaltigen Baum, der von den Maori als Gottheit verehrt wird, zu betrachten macht aber noch mehr Eindruck.

    10. Entdecke das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland

    Dort stinkt’s. Gewaltig. Wai-O-Tapu liegt südlich von Rotorua in einer vulkanisch überaus aktiven Zone und bietet das ganze Spektrum vulkanischer Ausdünstungen.

    Nicht umsonst von Tripadvisor als einer der „20 most SURREAL Places in the World“ bezeichnet, gibt’s im geothermalen Wunderland Geysire, blubbernde Schlammwüsten und den farbenfrohen Champagne Pool zu bestaunen.

    Apropos Geysire: Der Lady Knox Geyser bricht täglich pünktlich um 10:15 aus. Um 1900 herum haben dort Gefangene ihre Wäsche gewaschen – und dadurch herausgefunden, dass der Geysir auf Seife reagiert. Heute wirft ein Ranger täglich ein bisschen davon in den Lady Knox Geyser, der sich mit bis zu 20 Meter hohen Fontänen bedankt.

    Tipp: Unbedingt bei der Ankunft am Flughafen das gratis „Arrival“ Magazin mitgehen lassen – im Heft gibt es eine Menge Gutscheine zu neuseeländischen Sehenswürdigkeiten, Wai-O-Tapu inklusive.

    9. Short Black, Long Black: Die Kiwi Coffee Culture

    Neuseeland hat ja in Europa nach wie vor nicht gerade den Ruf, ein Food-Mekka zu sein. In den letzten Jahren hat sich aber mächtig viel getan und gerade in puncto Kaffee haben die Kiwis aufgeholt.

    Egal ob in der Kaffeehauptstadt Wellington oder in ländlichen Gebieten – vernünftigen Kaffee gibt es fast überall, Sojamilch ist meist vorrätig.

    Warum? Weil die Kiwis echte Coffee-Addicts sind und sich in eigenen Barista-Wettbewerben um den besten Kaffee matchen. Und weil es pro Kopf die weltweit meisten Röstereien gibt. Die Kunden freut’s, den Gaumen auch.

    Nachdem unsere Experimentierfreudigkeit auch richtig ekligen Kaffee zutage gefördert hat, hier noch ein Tipp: Auf coffeesecrets.co.nz gibt’s die besten Röstereien und Kaffeehäuser Neuseelands übersichtlich sortiert.

    8. Rainy day? Ein Buch lesen im Beach Cottage

    Das mit dem Regen ist ja so eine Sache. Wir hatten viel Glück und drei Wochen lang jede Menge Sonnenschein. Normalerweise gehört Neuseeland aber zu den eher regenreichen Ländern. Der Fiordland National Park (wo Milford Sound liegt) gehört gar zu den nässesten Gebieten des Planeten (mit 8 Metern Regen pro Jahr).

    Und wenn es tatsächlich mal regnet – was dann? Auf einer langen Reise tut auch mal ein Tag Entspannung gut. Und in einem Beach-Cottage (mit Wintergarten) lässt sich bei Tee und einem guten Buch mit Blick auf die stürmische See die Zeit wunderbar vertreiben.

    7. Tongariro Crossing: Wandern im UNESCO Weltnaturerbe

    Schöner Wandern. Als Österreicher sind wir verwöhnt, was Bergwanderungen betrifft. Die Überschreitung des Mt. Tongariro wird aber nicht umsonst als schönste Wanderung Neuseelands gehandelt.

    Sechs Stunden geht es hoch auf den Vulkan (und auch wieder runter) – belohnt werden fleißige Wanderer mit den grün schimmernden Emerald Lakes, karger Vulkanlandschaft und rauchenden Kratern.

    Besonders Motivierte können die Wanderung um die Besteigung des Mt. Ngauruhoe erweitern. Immerhin hat Peter Jackson dort den Ring geschmiedet und den Berg als Mt. Doom in Herr der Ringe verewigt.

    Tipp: Wer sich auf die Tour vorbereiten möchte, sollte unseren Beitrag über Tongariro Crossing nicht auslassen!

    6. Laufen am einsamen Strand (mit und ohne Pferd)

    Horse Trek am Cape Farewell

    If you always do what you always did… Auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen war mir immer ein wenig suspekt. Mit ein wenig Überredungskunst hat es aber dann doch geklappt und wir haben die Golden Bay auf der Südinsel Neuseelands per Pferd erkundet (gebucht haben wir über Cape Farewell Horse Treks).

    Die Touren sind auch für blutige Anfänger geeignet und bis auf den tagelangen Muskelkater bleibt nur die Schönheit dieser Erfahrung in Erinnerung.

    Entlang der Westküste der Südinsel ist die See rau und schwimmen daher meist nicht möglich. Dafür gibt es kilometerlange, menschenleere Strandabschnitte. Wenn es also schon kein Pferd sein darf, dann sollten zumindest die eigenen Füße im Galopp über einen einsamen Strand fliegen. Insektenschutzmittel gegen Sandflies nicht vergessen!

    5. Probiere den Seafood Teller im Slip Inn Cafe / Havelock

    Hätte uns das GPS keine umständliche Route berechnet, wären wir wohl nie in Havelock gelandet. Ein paar Häuser, einige Restaurants und ein Hafen – mehr ist da nicht.

    Der Hafen ist allerdings ein besonderer, bildet er doch einen wichtigen Zugang zu den malerischen Marlborough Sounds (die Toskana Neuseelands). Und dort, direkt am Wasser liegt das Slip Inn Cafe.

    Direkt am Wasser heißt in dem Fall so richtig direkt – die Terrasse ragt ins Meer, ein Tisch ist dort nur mit Reservierung zu kriegen.

    Die Region ist bekannt für die „Green-Lipp-Mussels“ und so frisch wie im Slip Inn bekommt man sie sonst nirgendwo. Wer generell gerne Fisch isst sollte die „Seafood-Platter“ bestellen – reicht problemlos für zwei Personen und ist selbst für neuseeländische Verhältnisse durchaus leistbar (ca. 50 NZD).

    4. Ride a Bike in Queenstown

    Mountainbiking in Queenstown

    Queenstown ist ohne Zweifel die Adrenalin-Hauptstadt Neuseelands. Bungee-Jumping, Speed-Boot fahren, Skydiven…you name it. Jede denkbare Extremsportart gibt es vor Ort zu saftigen Preisen. Da mutet eine Mountainbike-Tour beinahe ein wenig langweilig an.

    Dem ist natürlich nicht so, ist Queenstown doch nicht nur am Lake Wakatipu sondern auch zwischen mehreren Bergketten gelegen. Unzählige Single-Trails lassen das Mountain-Bike Herz höher schlagen. Die Leih-Bikes sind qualitativ in Ordnung (wir haben bei Vertigo Bikes ausgeliehen), die Sicherheitsausrüstung ist im Preis inkludiert.

    Tourtipp: Mit einem Halbtages-Rental die Gegend um Moke-Lake erkunden (5h Tour inklusive Single Trails bergauf und bergab).

    3. Explore Milford Sound

    Klar, 500.000 Touristen jedes Jahr machen Milford Sound nicht wirklich zu einem Geheimtipp. Der Sound, der eigentlich ein Fjord ist, beeindruckt aber dermaßen, dass er es trotzdem auf Platz drei unserer Liste geschafft hat.

    Mit viel Glück ist es im Milford Sound sonnig, allerdings gibt es auch bei Regen genug zu sehen (viele ansonsten trockene Wasserfälle stürzen dann tosend ins Tal).

    Die Art und Weise, wie man dieses Naturwunder erleben kann, hängt erheblich davon ab, wie man Milford Sound erkundet. Es gibt die Möglichkeit von Queenstown Tages-Touren zu buchen. Wer wenig Zeit hat, kann sich dafür entscheiden, muss aber mit Touristen-Massen und schlechtem Fotolicht (Ankunft zur Mittagszeit) rechnen.

    Besser ist es, sich genügend Zeit (zumindest zwei Tage) zu nehmen. So kann man von Queenstown über die einzige Straße zum Sound einige der Sehenswürdigkeiten am Weg mitnehmen und eine Nacht im großartigen Fiordland National Park verbringen (wir haben in einfachen Unterkünften in Knobs Flat geschlafen – näher kommt man ohne Camper kaum ran). Auf diese Weise kann man am Morgen oder am Abend eine der dort angebotenen Boots-Touren zu machen. Häufig sind die Boote dann nicht bis auf den letzten Platz gefüllt, das Licht ist besser und die Zeit vor Ort nicht begrenzt.

    2. Watch the Seals at Wharariki Beach / Golden Bay

    An der Nordspitze der Südinsel sind mehrere Seal-Kolonien beheimatet. Jedes Jahr im Februar/März kann man bei Ebbe am Wharariki-Beach die Jungtiere bewundern, die in den Rock-Pools herumtollen.

    Die Tiere sind äußerst neugierig, verspielt und haben keine Scheu. Wer die Seehunde unterhält (klatschen, schnippen, sich zum Affen machen), wird mit großen Kulleraugen ganz aus der Nähe erkundet. Definitiv eines unserer schönsten Erlebnisse in Neuseeland!

    Der Strand hat übrigens großartige Felsformationen und meterhohe Dünen zu bieten – auch ohne Seehunde kann man dort eine gute Zeit verbringen.

    1. Skydive at Fox Glacier

    ...vor dem Skydive

    11.000 Fuß (3.300 Meter), die Tür geht auf. Mein Tandem-Buddy sagt „Ready, Set,…“ das „Go“ nehme ich kaum mehr wahr. Einmal um die eigene Achse gedreht, ein kurzer Blick auf das Flugzeug aus dem ich mich gerade gestürzt habe, geht es im freien Fall nach unten. Kurz darauf merke ich, dass ich schreie wie ein Verrückter. Mund zu, Augen auf. Blick nach vorne: Meer. Blick nach hinten: Gletscher. Wow!

    Vor dem Beginn einer Reise gibt es häufig das eine spezielle Ding, das man dort gerne erleben würde. In meinem Fall war das der Skydive in Neuseeland. Getan haben wir es dann gemeinsam.

    Schließlich gibt es kaum ein besseres Land für einen Fallschirmsprung, heißt es. Und dort gibt es kaum einen besseren Ort als Fox Glacier. Warum? Weil es dort auf engstem Raum (fast) alles gibt, was die Natur so zu bieten hat: Berge (Gletscher), Regenwald, Fluss, Meer.

    Zugegeben: Wir hatten wenig Zeit zum Nachdenken. Eigentlich wollten wir nur für den Folgetag reservieren, dann war zufällig noch ein Slot bei skydivefox.co.nz frei. Vielleicht war das gut so. Der Fallschirmsprung hat es jedenfalls mühelos auf Platz 1 der Top 15 Must Do’s in Neuseeland geschafft.