Dort, wo der Tag beginnt und sich die Uhren langsamer drehen, findet unsere 10-wöchige-Reise ihren Ausklang: Fidschi! Nach acht Wochen „On the Move“ ist der Reisehunger erstmals gestillt und wir brauchen eine Auszeit vom Kartenlesen und Rucksack packen. Eine Fidschi Reise kommt da gerade recht, um die Seele in einer Hängematte baumeln lassen, ein gutes Buch lesen und die Batterien aufladen bevor es zurück in die österreichische Heimat geht… so der Plan. Doch wo in Fidschi lässt sich der Südsee-Reisetraum tatsächlich leben und wie viel Geld muss man dafür wirklich hinlegen?

    Die Suche nach der richtigen Unterkunft für die Fischi-Reise

    Als unsere Finger vor einigen Wochen auf der Karte Fidschi als Reisedestination auswählten, hatten wir keine Ahnung, wie anders die Reise dorthin werden sollte. „Wir werden schon eine nette Privatunterkunft finden“ – dachten wir. Und lagen falsch.

    Wer Fidschi besucht, bekommt schnell den Tipp „runter von der Hauptinsel“. In Denarau wo sich große Ressorts wie Sofitel, Hilton oder Radisson aneinanderreihen, ist der Strand schwarz und wer sich nicht gerade eine Beach-Villa leisten will, muss sich dort mit mittelmäßigen Hotelzimmern begnügen. Da ist es noch besser, im Süden an der Coral Coast seine Zelte aufzuschlagen. Dort ist das Preis-Leistungsverhältnis stimmiger.

    Unser Tipp: Wer ein bisschen Zeit auf der Hauptinsel Viti-Levu verbringen möchte, der bekommt um sein Geld im First-Landing-Resort in Lautoka ein authentisches Fidschi-Erlebnis.

    Doch der wahre Südseetraum wartet auf den umliegenden Inseln.

    Nanuya Balavu Island

    Der Haken? Eine Fähre oder ein weiterer Flug sind nötig um in die entlegenen Gebiete zu kommen. Hier fängt der (Recherche-)Spaß an. Denn private Unterkünfte gibt es dort kaum. Noch dazu waren unsere Erwartungen hoch: Wir wollten die letzten Tage unseres Trips in einem netten Strandhaus in einer Hängematte ausklingen lassen. Nach vielen Gesprächen mit Reisenden, Internetrecherchen und einem Reisebüro-Besuch in Australien, ist hier unsere Shortlist der besten Fidschi-Unterkünfte für Mittelklasse-Budgets:

    Schiff Ahoi!

    Die Fähre zur Inselkette der Yasawas schien uns letztlich am wenigsten beschwerlich. Schließlich mussten wir auch an unsere Heimreise denken. Fiji – Sydney – Singapur – München … Fähre statt Flugzeug ist bei einer 40-stündigen Heimreise ein wesentliches Argument. Unsere Wahl fiel daher auf das Mantaray Island Resort, das für sein außerordentlich schönes Hausriff bekannt ist.

    Riff in Fiji

    Tipp: Die Yasawa Flyer (Fähre zu den Resorts in den Mamanucas und Yasawas) verlässt täglich um 08:30 den Hafen in Nadi – wer also nicht gerade um 05:00 früh am Flughafen ankommt sollte sich für die erste Nacht in einem der günstigen Flughafenhotels einquartieren. Die Kosten variieren je nach Distanz. Wir haben für den Hin- und Retour Transfer zum Mantaray Island Resort umgerechnet 155 Euro bezahlt. Der Bustransfer ist bereits im Fährticket inkludiert.

    Taxi oder Bus? Wir sind um 7 Uhr mit dem Bus vom Hotel abgefahren. „Heaps of Time“ bis das Schiff abfährt – dachten wir. Es war 8:15 Uhr als wir (leicht gestresst) am Fährhafen nach einer ausgiebigen Pick-up Tour durch allerlei Resorts den Fährhafen betreten haben. Ein Taxi hätte für die Strecke lediglich 15 Minuten benötigt und ist auf Fidschi günstig zu haben (Preis sollte vor der Abfahrt verhandelt werden).

    Es ist zudem nicht ratsam – so wie wir – 15 Minuten vor der Abfahrt im Hafen einzutreffen wenn…

    … du noch Bargeld abheben musst. Klar, auf den Inseln kann die Kreditkarte gezückt werden. Aber die 3,5 Prozent Gebühren schlagen sich auf Dauer zu Buche. Einen ATM gibt es in den Resorts nicht.
    … du noch einen Mückenspray brauchst. Und ja – du brauchst einen!
    … du noch Wasser, Sonnencreme oder eine Flasche Wein vom Supermarkt benötigst.
    … du noch einen Espresso im dortigen Cafè genießen möchtest bevor du auf Instant Coffee umsteigst.

    Land in Sicht: Nanuya Balavu Island

    Der Start in unsere Fidschi Reise verlief entspannend. Rund drei Stunden schipperte die Fähre von Insel zu Insel, bis sie in an unserem Ziel hielt. Ein kleines Motorboot brachte uns an Land: Nanuya Balavu Island. Willkommen im Mantaray Island Resort!

    „Bula!“ Um vollständig anzukommen werden die Neu-Ankömmlinge dort traditionell lautstark begrüßt und bekommen ein Ständchen von den fröhlichen Fidschianern gesungen. Nur eine von vielen Gelegenheiten, um deren Gesang zu lauschen.

    Resort-Tipp: Seit Dezember 2014 gibt es im Mantaray Island Resort sechs neu errichtete Beach-Villen. Eine davon haben wir in Beschlag genommen. Und tatsächlich, direkt vor der Haustür baumelt sie im Wind: die Hängematte! Umgeben von Palmen, die einen angenehmen Schatten werfen und dem türkisblauen Meerwasser mit Hausriff, von dem sich das Great Barrier Reef eine dicke Scheibe abschneiden kann. Was für ein Inselleben!

    Gekommen um zu bleiben

    Während unsere neuen Bekanntschaften meist von Insel zu Insel hüpfen, bleiben wir auf Nanuya Balavu Island. Hier lernst du täglich neue interessante Persönlichkeiten kennen – aus Israel, Schweden, Brasilien, Deutschland oder der Türkei. Einmal um den Erdball fliegen sie alle nach Fidschi. „Und wenn man schon mal da ist, will man noch mehr sehen“, so die Philosophie der rastlosen Reisenden, zu denen auch wir vor kurzem noch gezählt haben.

    Tipp: Mit dem Bula-Pass ist Inselhüpfen kostengünstig möglich. Die Fährroute führt über die Mamanuca Inselgruppe zu den Yasawas – wie bei einer Hop-on Hop-off Tour kannst du ein- und aussteigen wo es dir gefällt. Dein(e) Hotel(s) solltest du aber schon vorher buchen, denn ein kleines Motorboot muss dich von der Fähre abholen damit du an Land kommst. Im Mantaray Island Resort bleiben die meisten rund drei Nächte in einem Dorm oder einer Jungle Bure bevor sie wieder weiterziehen. Nur wir bleiben. 10 Tage lang.

    In unserer Beach Villa ist das auch nicht schwer. Der Strand noch weißer, das Meer noch klarer? Wir sind froh unseren Rucksack in der Ecke zu verstauen und in der Hängematte dieses Treiben an uns vorbeiziehen zu lassen. Zu tun gibt es auch hier genug.

    „Have you seen the Mantarays?“

    Im Mantaray Island Resort gibt es alles was das Herz begehrt. Essen, schlafen, schnorcheln … wir gehören nach kurzer Zeit schon fast zum Inventar. Die abendliche Ansprache von Solo, dem fidschianischen Wunderwuzzi der von Kokosnuss pflücken, Armband schnitzen bis Volleyball spielen alles beherrscht, kennen wir auswendig:

    „Hello guys! How are you today? Enjoy your Dinner? Good? Good! Who has seen the mantarays today guys? Raise your hand if you want to see the mantarays (Pause mit Blick durch die wartende Runde). Again guys, there is no set time for the mantarays. They don’t live in a pool. So when you hear the drum, grab your snorkel and come to the boat. It may be before breakfast, after breakfast or at two o’clock in the morning…“

    Jeden Abend die gleiche Ansprache. Die Uhren drehen sich langsamer, dort wo der Tag beginnt. Aber wenn du das dumpfe Trommeln hörst, laufen alle zum Boot – mit Schnorchel und Flossen in der Hand als hätten sie Hummeln im Hintern. Nur, um dann auf die gemütlichen Fijianer zu warten, die ihr Boot startklar machen.

    Tauchen mit den Mantarochen

    Bei uns ist es 7 Uhr morgens als uns der Trommelwirbel unsanft aus dem Schlaf holt.

    Raus aus den Federn rein in den Bikini – so gut funktioniert bei mir sonst kein Wecker. Aber wer schon seit Jahren von Manta Rays träumt, der verschläft diese Gelegenheit nicht.

    Es ist kalt am Boot und der Fahrtwind früh am Morgen versetzt meine Gedanken kurz zurück in das warme Bett. Doch wenige Minuten später spüre ich das 28 Grad warme Wasser auf meiner Haut, unter mir Korallen und bunte Fische. Und dann: ein Mantarochen! Drei Meter groß schwebt er unter mir. Elegant und anmutig wie ein König, hinter dem Tier ein Fischschwarm der ebenso von ihm angetan sein muss. Die Strömung lässt mich und die anderen Taucher abtreiben. Schnell zurück aufs Boot und dem Rochen hinterher. Vier Mal spielen wir dieses Spiel: Raus aus dem Wasser, rein ins Boot und wieder raus… jedes Mal wenn dieses Tier vor deiner Taucherbrille erscheint, erstarrst du vor lauter Schönheit. Bis auf David – der schwimmt wie ein Wilder hinterher:

    Das Schwimmen mit dem Manta Rays kostet 40 Fidschi-Dollar, also umgerechnet 20 Euro. Die Saison dauert von Ende April bis September. Früheres oder späteres Erscheinen nicht ausgeschlossen (…there is no set time for the mantarays guys…)

    Thing’s to do in Mantaray Island Resort

    Neben dem Fixpunkt Schnorcheln gibt es noch einige weitere Tagesaktivitäten die uns den Tag versüßen.

    Things to do in Fiji

    Kostenlos sind im Mantaray-Resort folgende Aktivitäten:

    • Kajaks (auch hier: Schnorchel-Equipment nicht vergessen)
    • Volleyball (bis die Unterarme schmerzen)
    • Kleine Wanderungen (Bushwalk, Inselumrundung)
    • Körbe flechten und Armringe aus Kokosnüssen schleifen

    Darüber hinaus gibt es für ein paar Fidschi-Dollar folgende Erlebnisse

    • Stand-up Paddeling inklusive leckerer Kokosnuss nach getaner Arbeit.
    • Tauchen: Höhlen, Haie und alles was das Taucherherz begehrt. Den Tauchschein kann man hier besonders günstig für 250 Euro machen (SSI Open Water Diver).
    • Fischen: Zwei Stunden, viele Fische und ein besonders leckeres Abendessen.
    • Village Tour: Auf einer nahe gelegenen Insel besucht man ein echtes fidschianisches Dorf, trifft dort Einheimische am Markt und Kinder in der Schule.
    • Sunset Cruise: Mit einem Bierchen in der Hand chillt man in einer einsamen Bucht dem Sonnenuntergang entgegen.

    Zeit für die Hauptinsel in Fidschi: Viti Levu

    Nach 10 Tagen verlassen wir das Mantaray Island Resort und kehren auf die große Insel Viti Levu zurück. Blubbernde Mud-Pools und riesige Gärten, prall gefüllt mit Orchideen, lassen das Reiseherz schneller schlagen. Das können wir uns nicht entgehen lassen – ganz klar!

    Schlammschlacht in Fiji

    Ausgangspunkt für dieses Vorhaben ist das First Landing Resort in Lautoka, wo angeblich die ersten Fidschianer rund 1500 vor Christus mit ihrem Kajak gestrandet sind. Das Hotel ist günstiger als die 5 Sterne Resorts und verwöhnt seine Gäste mit köstlichem Seafood. Dafür nehmen sie sich auch Zeit: 20 Minuten für die erste Bestellung, weitere 60 Minuten bis das Essen auf dem Tisch landet. Wir haben ja Zeit… Fiji Time!

    Auch wir laufen mittlerweile auf Fiji Time und nehmen die langen Wartezeiten gelassen. Fiji Time ist vermutlich auf das Nationalgetränk „Kava“ zurückzuführen, das den Körper entspannt, den Geist aber klar lassen soll. Zumindest bei ein, zwei Schälchen kann man das behaupten. Uns wird am lokalen Food Market ein „Tsunami“ angeboten, eine Schüssel so groß wie zwei Fäuste, befüllt mit dem schlammbraunen Getränk. Ablehnen ist da natürlich nicht drin, die Portion wurde aber gnädigerweise vom Kava-Dealer noch mal halbiert.

    Kava am Markt in Fiji

    Kava – das Nationalgetränk in Fidschi

    Was zu viel Kava anstellt, dürfen wir im Botanischen Garten bei den Sleeping Giants erfahren. Unser Tour-Guide Howard gähnt nach jedem Satz. Er kennt zwar jede Orchideenart beim Namen, mehr dazu verrät er aber nicht. „Monday is no good. I drank Kava on Friday, Saturday and Sunday“, entschuldigt er sich. Das macht uns natürlich noch neugieriger und wir finden heraus, dass dieses Getränk in Fidschi literweise konsumiert wird. „When you drink beer, it makes you strong and aggressive… but when you drink Kava, it is a calm night. We sometimes sit until 3 o’clock in the morning“, erklärt er ruhig mit seiner Hand am Kopf. Zumindest die Nebenwirkungen scheinen ähnlich wie Alkohol zu sein.

    Drink Kava like Tequila

    Kava ist in Fidschi ein Zeichen des Respekts und wenn du das erste Mal in ein Dorf kommst oder um die Hand deiner Angebeteten anhältst, dann solltest du ein Bündel von dem getrockneten Zeug dabei haben. Kava wird auch „Grog“ oder „Yaqona“ genannt und ist in Polynesien so akzeptiert wie im Westen Alkohol.

    Kava wird in einer Schüssel aus Kokosnussholz gemixt, rundherum sitzen die Männer (heute auch Frauen) mit gekreuzten Beinen und warten auf ihre Schale. Der „Mixer“ reicht im Rahmen der Zeremonie die Schale, der Trinkende erwiedert „Bula!“ (was sonst), leert das Getränk in einem aufwischen und schließt das Ritual mit einem „Vinaka“ (dt. Danke) ab. Daraufhin klatschen alle drei Mal. „Like Tequila“, meine ich als ich das Gesöff leere – und schlage kurz danach beide Hände über dem Kopf zusammen. Eine Zitrone wäre jetzt nicht schlecht.

    Kava wird aus den getrockneten Wurzeln des Pfefferstrauches zubereitet. Wasser wird durch ein Stofftuch mit dem aus dem Strauch gewonnenen Pulver gedrückt … und so schmeckt das auch. Etwas pfeffrig. Gut, dass dieses Zeug die Zunge und somit die Geschmacksnerven betäubt. Vinaka!

    Flughafen und Ausreise in Fidschi

    Jede Reise hat ein Ende. Wer aus Fidschi wieder ausreisen muss, sollte sich auch dafür Zeit nehmen. Die Empfehlung der Hotels und Einheimischen lautet, drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein… echt jetzt? Wir waren dort – und haben gewartet, gewartet, gewartet. Gut, es war 6 Uhr am Morgen und deswegen nicht viel los, wie uns auch die Flughafenmitarbeiter auf Nachfrage bestätigten. „Normally it is very busy around here.“ Aha, das macht es auch nicht besser.

    Dafür ist die Einreise unproblematisch und auch das Visum ist kostenlos. Wer hinein will, muss aber auch wieder hinaus. Eine Besondherheit bei der Einreise nach Fidschi ist, dass der Rückflug bereits gebucht sein muss.

    Ein letzter Tipp: Am Flughafen bekommst du günstig Internet. Die Simkarte war in unserem Fall kostenlos und wir haben das Angebot „500 MB gratis für 24h“ genutzt, um einen Blogartikel online zu stellen. Ansonsten ist es aber empfehlenswert, Fiji als offline Insel zu genießen, die Beine hochzulegen und in der Hängematte einfach mal nichts zu tun. Ich kann mir keinen besseren Ort dafür vorstellen.

    Enjoy Fiji Time!