Essen wie Gott in Frankreich ähh… Singapur. Nach ein paar Tagen im Food-Mekka Asiens, kann man Frankreich getrost für eine Weile links liegen lassen. Die Lieblingsbeschäftigung der Singapuri ist essen, essen und nochmals essen. Die Straßen und Malls sind gesäumt von Restaurants aus aller Welt: Indisch, Chinesisch, Koreanisch, Japanisch – in den Kochtöpfen Singapurs brutzelt, brät und gart auf Teufel komm raus was dem Gaumen Freude bereitet. Wir waren für fünf Tage in der Stadt und haben für zehn gegessen. Das Ergebnis? Wir haben uns durch die leckersten Lokale Singapurs gekostet und servieren diesen leckeren Foodguide für jede Tageszeit.

    Zugegeben, der Zeitpunkt diese Zeilen zu schreiben ist etwas speziell. Ich sitze im Flieger nach Neuseeland und bekomme Flugzeugessen serviert. Die Erinnerung an unsere kulinarischen Abenteuer in Singapur macht das nicht gerade besser. Dort gut zu essen ist nicht schwierig, auch wenn man dafür den einen oder anderen Singapur-Dollar investieren muss. Es lohnt sich auf alle Fälle – spätestens wenn man im Flugzeug Omelette mit Würstel serviert bekommt.

    Ein Frühstück im Grünen: P.S. Café

    28B Harding Road, Singapore 249549, www.pscafe.com

    Wer wie ein Kaiser frühstücken möchte, ist hier richtig. Kaum runter von der Straße führte uns mitten in der Großstadt ein schmaler Pfad zum P.S. Café. Mein erster Eindruck: Dieses Lokal hat Geschmack, nicht nur was die Speisen anbelangt.

    Der tropische Garten, der fein gemähte Rasen und nicht zuletzt die Architektur des Restaurants selbst ergeben das perfekte Ambiente für jene, die ein paar ruhige Stunden verbringen möchten. Selbst Morgenmuffel werden für ein Frühstück im P.S. Café zu Frühaufstehern, da bin ich mir sicher.

    Sitzmöglichkeiten gibt es auf der Terrasse oder Indoor – trotzdem reichen sie selten aus. Die Leute stehen Schlange, um an ihre Pancakes zu kommen. Und nicht nur zum Frühstück, auch für den Nachmittagskaffee ist dieser Ort eine gute Wahl. Während in Singapur die Portionen üblicherweise kleiner gehalten werden, gibt es im P.S. Café Torten so groß, wie man sie sonst nur aus Australien kennt.

    Nachdem es sich gemeinsam besser isst, haben wir zwei Gerichte geteilt – Morocco Miracle Stack und Blueberry & Banana Pancakes. Das marrokanische Frühstück mit gegrilltem Gemüse, Couscous, Hummus und feinen Kräutern entpuppte sich als echte Gaumenfreude. Für die flaumigen Pancakes sollte man genügend Platz im Magen lassen – selbst die halbe Portion ist ausreichend. Kaffee wird jener von Illy serviert – geschmacklich also in Ordnung.

    Kulinarisch spielt das P.S. Café in der Oberliga. Das ist natürlich auch an den Preisen bemerkbar. Schon der doppelte Espresso schlägt hier mit 4 Euro zu Buche. Für ein Frühstück haben wir pro Person umgerechnet 25 Euro bezahlt. Gemessen am Preisniveau in Singapur unserer Erfahrung nach aber ein normaler Restaurant-Preis – zumindest für jene, die mehr als eine Buttersemmel möchten.

    Das stand auf der Rechnung:

    • Morocco Miracle Stack: 25 S$
    • Blueberry & Banana Pancakes: 24S$
    • Double Espresso: 6 S$

    Mittagessen für Pfennigfuchser: Food Court Lau Pa Sat – Festival Market

    18 Raffles Quay, Singapore 048582, www.laupasat.biz

    Jedem das Seine: Im wohl schönsten Food Court Lau Pa Sat kein Problem. Im Rahmen der Restaurant-Rundreise kann man sich hier günstig einmal um die Welt essen. Food Courts sind überdachte Fressmeilen mit hohem Hygienestandard. Angst vor Verdauungsbeschwerden braucht man dort keine zu haben, die Läden werden regelmäßig überprüft.

    Meine Wahl fiel auf indisch und koreanisch – ersteres war leider eine weniger gute Idee. Der rein vegetarische Kiosk servierte Reis mit einer undefinierbaren Pampe (Curry?) und etwas Gemüse. Undefinierbar deswegen, weil das Ganze so scharf war, dass selbst Chilischoten wie Süßigkeiten schmeckten. Zum Neutralisieren gab es Naan Brot weich wie Butter… auch der Fettgehalt der Fastenspeise ließ auf diese Zutat schließen. Also: Achtung vor dem Inder!

    Der Fisch vom Koreaner war hingegen eine positive Überraschung. Der Fisch wird im Ganzen mit Miso Suppe und etwas Reis serviert. Eine ideale Mahlzeit für Gesundheitsbewusste. Sogar ein Bio-Siegel schmückt diesen „Food Stall“, wie die kleinen Küchen in Singapur genannt werden.

    Das stand auf der Rechnung:

    • Indian Vegetarian Plate: 6,50 S$
    • Grilled Fish Menu: 6,50 S$

    Koffein-Kick am Nachmittag: CAD Café

    23 Haji Lane,  Singapore 189216 Singapore, cad.sg

    CAD Cafe Haji Lane

    14:30 Uhr, die Beine sind müde, mein Koffeinpegel im Keller. Trotzdem: echte Kaffeekenner geben sich jetzt nicht mit Starbucks zufrieden. Nach einer ausgedehnten Tour durch Little India und Chinatown nehmen wir im CAD Café Platz. Der erste Blick auf die Kaffeemaschine lässt Hoffnung hochkommen – erstklassige italienische Ware. Und tatsächlich: Wenige Minuten später fühle ich mich wie auf einer italienischen Piazza – der Espresso sorgt für einen echten Glücksmoment.

    Wer gerade auf den Geschmack gekommen ist sollte die nächste Zeile überspringen. Leider war das Toilettenerlebnis wie auf einer öffentlichen Toilette der eben beschriebenen italienischen Piazza. Wenn möglich sollte man seine Notdurft daher woanders verrichten.

    Das stand auf der Rechnung:

    • Espresso: 3,50 S$
    • Cappuccino: 5 S$
    • Chinotto: 4 S$

    Abendessen: Blue Bali vs. Superstar K Korean

    Blue Bali: 1D Cluny Rd, Singapur 259600, www.bluebali.sg

    Blue Bali Sign in SingapurDie kulinarische Reise führte uns am Abend weiter nach Bali. „Selamat malam – guten Abend“. Die Angestellten im Blue Bali strahlen die typisch-balinesische Freundlichkeit aus.

    Der Duft von Räucherstäbchen findet seinen Weg in meine Nase und macht Appetit auf mehr.
    Wir sitzen im Freien, umgegeben von aufwendig verzierten Holzmöbeln mit großen Kissen. Balinesische Statuen, kleine Opferschalen und Gamelan-Klänge versetzen mich auf die 2400km entfernte Insel der Götter.

    Und auch das Essen ist göttlich: Mit sieben Personen am Tisch haben wir drei Platten mit unterschiedlichsten Gerichten bestellt. Zu Trinken gab es selbstgebrautes Bier mit Dragonfruit-Aroma.

    Die Geschmacksnerven tanzten Tango – und das Geldbörserl Cha Cha Cha.

    Das stand auf der Rechnung:

    • Indian Plate: 80 S$
    • Vegetarian Plate: 80 S$
    • Indonesian Plate: 90 S$
    • Krug Bier (2l): 34 S$

    Anmerkung: zur Anfahrt: Dieses Lokal ist ein echter Geheimtipp und selbst für Taxifahrer schwer zu finden.

    Superstar K Korean Charcoal Barbecue: 75 Tg Pagar Rd, Singapur 088496, www.ladyironchef.com

    Reich gedeckter Tisch beim KoreanerFleischtiger aufgepasst: Im Superstar K Korean geht es heiß her. Im Innenraum sitzen die Gäste an runden Tischen mit eigenem Grill und Dunstabzug in der Mitte. Dort brutzelt das Fleisch, das mit gekonnten Handgriffen von den Angestellten gewendet und simpel mit einer Haushaltsschere mundgerecht aufbereitet wird.

    Selbst ich als Vegetarierin hatte einen schwachen Moment (der sich gelohnt hat). Gereicht wird das Essen mit Sprossen, Reis, kleinen Fischen und Kartoffelpüree. Mir läuft selbst jetzt beim Schreiben noch das Wasser im Mund zusammen.

    Das stand auf der Rechnung:

    • Black Pepper Beef: 30 S$
    • Black Pepper Chicken: 30 S$

    Übrigens: Man bekommt auf Nachfrage in allen (!) Lokalen kostenloses Ice-Water. Generell ist Leitungswasser in Singapur ohne Bedenken trinkbar (trotz leichtem Chlor-Nebengeschmack).

    Mahlzeit!