Hast du dir im Urlaub schon mal freiwillig den Wecker auf 4:45 gestellt? Da horcht man doch normalerweise selig an der Matratze und träumt den wahrgewordenen Entspannungstraum. Wer allerdings die schönsten Sehenswürdigkeiten in der thailändischen Andamanensee a) bei Sonnenaufgang und b) vor dem großen Andrang sehen möchte, der muss so früh raus. Denn Maya Bay und Phi Phi locken tagtäglich tausende Besucher an. Hätte ich schon beim unsanften Wake-Up gewusst, dass es dort tatsächlich unglaublich paradiesisch ist, wäre mir der Sprung aus den Federn leichter gefallen.

    Don’t miss it! Maya Bay und Phi Phi

    Etwa eine Stunde mit dem Speedboat von der Royal Phuket Marina entfernt, liegen die Phi Phi Islands mit ihren tropischen Postkarten-Buchten. Die größte Insel Phi Phi Don ist seit über 30 Jahren ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Echten Promistatus genießt aber die kleinere der zwei Hauptinseln: Phi Phi Leh. Denn die dortige Maya Bay war zentraler Schauplatz im Film „The Beach“ mit Leonardo Di Caprio und hat sich seither zum „Must-See“ entwickelt. Der Haken: Wer den Massen zuvorkommen möchte, muss um 07:00 morgens am Strand sein.

    Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

    • Touristen mit Unterkunft am Festland (Phuket, Krabi) buchen eine Tour am Morgen – wir empfehlen Simba Sea Trips, da dieser Anbieter besonders früh startet.
    • Backpacker mit mehr Flexibilität verbringen zumindest eine Nacht in der Maya Bay (am dortigen Zeltplatz) und genießen die Ruhe.

    Der frühe Vogel …macht Stimmung

    Wenn sich bei Simba frühmorgens die Wartehalle füllt, bleibt es ziemlich still, jeder hängt noch den verlorenen Schlafstunden nach. Die Crew von Simba Sea Trips hingegen macht da schon gute Miene zum bösen Spiel, allen voran unser Guide Tae.

    „Hello, I am Tae and I am your Tour Guide today. We are going to Phi Phi Island – It’s my favourite tour and you will love it.“

    Unglaublich gut gelaunt strahlt Tae über das ganze Gesicht, als sie uns das bevorstehende Programm auf einer großen Karte erklärt und dort die Tour mit sichtlicher Vorfreude einzeichnet. Irgendwie ansteckend.

    Es ist noch dunkel, als wir wenige Minuten später das Speedboat besteigen und auf das weite Meer hinaus beschleunigen. Die Müdigkeit bleibt spätestens jetzt im Hafen zurück, die Mundwinkel kämpfen sich trotz steifer Brise langsam nach oben.Sonnenaufgang in der Andamanensee

    Während der Fahrt steigt langsam die Sonne über den Horizont. Wir sind hellwach. Die Endorphine tanzen.Sonnenaufgang in Thailand

    First Stop: Maya Beach

    Die Einfahrt in die Maya Bay ist nach dem wilden Ritt fast zu kitschig um wahr zu sein. Ein schmaler Eingang zwischen hohen Felsen gibt den Blick ins Paradies frei. Vor uns liegt ein (einigermaßen) leerer Strand aus feinem weißen Sand.Maya Bay mit dem Speedboot

    Viele verbinden diesen Ort mit Müllbergen und Menschenmassen. Um 07:00 ist es dort wahrhaftig beschaulich. Und unglaublich schön.

    Als dann eine Stunde später tatsächlich immer mehr Boote anlegen, ist unser Besuch am Maya Beach schon wieder zu Ende und das Speedboat am Weg in die Pileh Lagoon.Maya Bay

    Schwimmen in der Pileh Lagoon

    Der zweite Halt ist an der spektakulären smaragdgrünen Lagune „Pileh Lagoon“, bei Phi Phi Leh gelegen. Geschützt von hohen Kalksteinfelsen ist es der perfekte Ort zum Schwimmen im Ozean. Das Wasser dort ist bei Flut tief genug, für Kopfsprünge und Saltos. Schnorchel-Begeisterte müssen sich allerdings gedulden, denn Korallenriffe und bunte Fische gibt es dort keine.

    Wilder Affentanz am Monkey Beach

    Der Bikini ist kaum getrocknet, geht es schon ans nächste Highlight. „Everyone loves the monkeys but be cautious“, gibt Tae ihre Einführung dazu. Die zahllosen Affen am Monkey Beach sind – höflich formuliert – fordernd und etwas reizbar, wenn sie nicht bekommen was sie wollen. Mit Sicherheitsabstand sind die Tiere beim Balgen um’s Mittagessen aber großartig anzusehen.

    Apropos. Mittagessen. Der frühe Wake-Up-Call macht sich auch im eigenen Magen irgendwann bemerkbar. Gut, dass nach den Affen auch die Menschen leckeres Essen bekommen.

    Und so kommt’s, dass uns das Phi Phi Island Village Beach Resort mit Thai-Food vom feinsten begrüßt. Natürlich nicht am Boot, sondern im schicken Restaurant am weißen Sandstrand. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist dann wohl klar, warum Phi Phi zu Recht als Paradies gilt.Phi Phi Island Village Beach Resort

    Finally: Say hello to fish.

    Nach dem Mittagessen ist vor dem letzten Tourstop – und der führt nach Mosquito Island. Dort gibt’s zwar keine stechenden Tierchen aber dafür Strand ohne Ende und ein kleines Riff mit den heißersehnten bunten Fischen.

    Und wer auf der Rückfahrt nicht wehmütig ist, wieder aus dem Paradies geworfen zu werden, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen.