„Ich packe meinen Koffer und nehme mit“ …viel zu viel. Damit alle eventuellen Eventualitäten abgedeckt sind, wandert der halbe Kleiderschrank ins Gepäck. Dabei sind im besten Fall 20 Kilogramm erlaubt, dazu noch ein bisschen Handgepäck.

    Die Packerei vor der verdienten Auszeit muss aber nicht unbedingt in Stress ausarten – schließlich kann man die Sache auch rechtzeitig angehen und sich von einer der unzähligen Packlisten im Netz helfen lassen. Wer dann immer noch sein ganzes Körpergewicht einsetzen muss, damit sich die Schnallen endlich schließen lassen, braucht Hilfe. Und zwar von unseren 3 überraschenden Gepäckhelfern für richtiges Packen!

    Der Belastungstest

    Wir waren kürzlich 10 Wochen am Stück unterwegs. Und wenn man dabei alle paar Tage den Ort wechselt, ist Schluss mit überdimensionierten, umständlichen Gepäckstücken. Aber wie packt man eigentlich schlau? Was muss mit, was kann zuhause bleiben? Und: Wie bitte spart man beim Stauraum?

    Die Vorbereitungsphase war Recherche- und Einkaufsmarathon zugleich. Dabei – und später im Praxiseinsatz – haben wir 3 überraschende Helferlein kennengelernt, mit denen wir zuvor noch nie unterwegs waren.

    1. Schlankheitskur für deine Kleidung – Luft raus per Kompressionsbeutel

    Gemessen am Stauraum nehmen T-Shirts, Hosen, Kleider, Unterwäsche und Socken viel zu viel Platz in Anspruch. Dabei kann man an die 80% davon einsparen – die Lösung dafür lautet: Kompressionsbeutel.

    Der ein oder andere kann sich sicherlich noch an die Teleshopping-Angebote aus den 90ern erinnern, wo derartige Beutel mit Pumpgerät angeboten wurden. Das ist wohl auch der Grund, warum es für uns überraschend war, dass es auch Beutel gibt, die sich ganz einfach einrollen und ohne elektronische Unterstützung vakuumieren lassen. Textilien rein, Zipverschluss betätigen, einrollen fertig. Die Luft wird durch das integrierte Ventil herausgedrückt. Dafür sind kurze Bodenturnübungen (mit Körpergewicht) nötig, der Effekt ist dafür in der Praxis so richtig sein Geld wert.

    Kompressionsbeutel von Eagle CreekWir haben Beutel-Sets von Eagle Creek und Nordisk probiert. Und auch wenn die Beutel von Eagle Creek etwas teurer sind, zahlt sich das Investment durch die hochwertigere Verarbeitung auf jeden Fall aus. Im Set bekommt man zwei Beutel – einmal in der Größe 39x62cm und einmal mit 44x72cm – für 28 Euro.

    Der Plastik-Verschluss der günstigeren Nordisk-Beutel ist recht lose befestigt und fällt im Eifer des Gefechts gerne mal runter. Dafür kostet das Set (ebenfalls mit zwei Beuteln) etwa die Hälfte der Eagle-Creek Kompressionsbeutel.

    Tipp: Im Lauf unserer Reise war der größere Beutel für frische und der kleinere für (luftdicht-verpackte) getragene Wäsche nützlich.

    2. Stay save – der ultraleichte Reisetresor

    • Mal angenommen, du machst Strandurlaub. Wer passt, wenn du planschen gehst, noch mal auf deine Sachen auf?
    • Mal angenommen, du bist per Mietwagen oder Camper unterwegs. Wo verstaust du (außer im Wagen) deine überlebenswichtigen Dokumente, Laptop und Co.?
    • Mal angenommen du nächtigst im Hostel und vertraust den Gemeinschaftslockern nicht…

    Derartige Situation entstehen beim Reisen laufend. Ein Travel-Safe ist genau dafür eine hilfreiche Erfindung.

    Der Reisetresor ist eine Tasche mit integriertem Stahlnetz, Stahlseil zur Befestigung und Zahlenschloss. Mit dem Stahlseil kann man den Safe an Bäumen, im Auto oder versteckt am Bettgestell befestigen. Vor Bolzenschneidern ist man damit nicht gefeit, aber Gelegenheitsdiebe werden auf alle Fälle nicht mehr fündig.

    Reisetresor PacsafeUnser getesteter Favorit ist der TravelSafe GII von Pacsafe. Den gibt’s in zwei Ausführungen für 5 Liter und 12 Liter. Während die 5 Liter-Variante gerademal für iPad, Smartphone, Geld und Reisepass ausreicht, passt in die (von uns verwendete) 12-Liter-Variante auch ein 15-Zoll-Laptop rein. In puncto Gewicht sind die 640 Gramm dafür absolut verschmerzbar.

    Tipp: Florian von flocutus.de beschreibt in seiner 7kg Carry-On Packliste noch eine alternative Verwendungsmöglichkeit des Safes. Er verzichtet darauf, Gepäck aufzugeben und nutzt die Tasche als erlaubtes „Personal Item“ für Laptop und Zubehör. Dadurch reduziert sich das Gewicht seines Handgepäcks erheblich.

    3. Trocken ohne Platzverlust – das Mini-Reisehandtuch

    Lange unterwegs zu sein bedeutet bei limitiertem Budget oftmals auch auf Komfort zu verzichten. Im Dschungel reicht dir keiner das Handtuch. In Gemeinschaftsduschen (sofern Duschen existieren) im Hostel oder auf dem Campingplatz auch nicht. Wenn es dann an den Strand geht, wäre eine Unterlage auch noch ideal. Für all das sind Reisehandtücher wie geschaffen.

    Reisehandtuch von PearlMeist bestehen diese Handtücher aus einem dünnen Microfasergesmisch. Das Material hat den Nachteil, nicht ganz so saugfähig zu sein wie flauschige Lieblings-Baummwollhandtücher. Dafür lässt es sich extrem klein zusammenfalten und trocknet nach Waschgängen besonders rasch.

    Unsere Devise war: besonders groß, besonders günstig. Fündig geworden sind wir mit dem Mikrofaser Badetuch von Pearl. Die Größe von 180×90 reicht bei normaler Körpergröße auch am Strand völlig aus. Zusammengefaltet kommt es bei 340g nur noch auf eine Größe von etwa 20×20 Zentimetern. Und verschwindet damit ohne viel Aufhebens in den Tiefen von Rucksack, Koffer & Co.

    Uns interessiert natürlich: Womit habt ihr im Gepäck richtig Platz gespart? Wir freuen uns über euren Kommentar!