Erste Station: Singapur. Garküchen voll rauchender Satay Spieße, vertikale Gebäudegärten die in den Himmel ragen, sündteure Einkaufsmeilen für die betuchte Klientel. Chinesen, Inder, Malayen, Indonesier: 5,5 Millionen auf engstem Raum in der Schweiz Asiens. Und wir. Mit Freunden haben wir fünf Tage den facettenreichen Stadtstaat erkundet. Singapur hat viel zu bieten – hier unsere Top 5 Singapur Highlights.

    Irgendwann war es dann doch so weit. Monatelang geplant, hingefiebert, die Nacht davor aufgrund einer Überdosis Vorfreude kaum geschlafen, ging es – endlich – zum Flughafen und ab nach Singapur. Raus aus der Kälte, rein ins tropische Stadtleben. Großstadtsafari war angesagt!

    Und weil man zusammen weniger allein ist, haben wir die Zeit mit Kathi und Georg verbracht – zwei Freunden aus Österreich, die seit neun Monaten in Singapur leben und arbeiten. Die beiden haben uns nicht nur bei sich einquartiert (DANKE!), sondern uns auch ihr ganz persönliches Singapur gezeigt (nochmals DANKE!).

    Selfie in den Gardens by the Bay

    Die Top 5 Singapur Highlights

    An fünf Tagen sammeln sich unheimlich viele Eindrücke an. Fünf Singapur Highglights sind uns besonders in Erinnerung geblieben – und für alle Singapur-Reisenden einen Ausflug wert:

    1. Highlight: Gardens by the Bay, Supertrees and the Awesome Rooftop Bar

    18 Marina Gardens Drive, Singapur 018953
    www.gardensbythebay.com.sg
    www.indochine-group.com (Rooftop Bar)

    Singapur hat sich um mehr als eine Milliarde Dollar ein Hightech-Naturerlebnis der Sonderklasse geleistet. Die Attraktion zieht die Touristen in Scharen an. Das Grünzeug dehnt sich auf 54 Hektar aus, gespickt mit zwei riesigen Glashäusern und Supertrees aus Stahl und Beton, die langsam ebenfalls von der Natur in Besitz genommen werden.

    Unser Highlight: Wir waren nach einem kurzen Regenguss (mit anschließendem Sonnenschein) in den Gardens by the Bay. Das Leuchten der Farben erreicht dann Photoshop-Dimensionen. Aufsteigende Dampfschwaden sorgen zusätzlich für surreale Stimmung.

    Eintritt ist nur für die Glashäuser (Flower Dome und Cloud Forest) und den Walk zwischen den Supertrees zu bezahlen.Wir haben uns für den Cloud Forest entschieden und im größten Glashaus der Welt künstliche Wolken, noch künstlichere Wasserfälle und meterhohe Brücken durchquert. Vorsicht kalt! Das feuchtkühle Bergklima hilft zwar den Pflanzen beim Wachsen, trifft die verwärmte Touristen-Seele aber hart.

    Auf der höchsten Supertree (50m) findet man – was sonst – eine feine Rooftop Bar mit Rundum-Ausblick auf die Skyline des Stadtstaats. Für 16 S$ erklimmt man nicht nur die Baumkrone, sondern bekommt zusätzlich einen kostenlosen Drink (Gin-Tonic über den Bäumen schmeckt fantastisch). Unser Tipp: Unbedingt in der Dämmerung genießen!

    11 von den insgesamt 18 Supertrees sind mit Solarzellen ausgestattet. So wird Strom für die abendliche Lichtershow produziert. Die „Garden Rhapsody“ findet täglich um 19:45 und 20:45 statt. Freitag, Samstag und an offiziellen Feiertagen gibt es das futuristische Spektakel zusätzlich um 21:30. Das ist Science-Fiction pur. Wir haben uns (nicht alleine) unter eine Supertree gelegt und von dort die 15-minütige Show beobachtet. Das leicht halluzinogene Lichtermeer erinnert an Avatar – der Gin Tonic tat sein übriges.

    2. Highlight: Mustafa Centre ..oder: wo Inder gerne einkaufen

    145 Syed Alwi Road, Singapore – 207704
    http://www.mustafa.com.sg

    Little India, big Mustafa: Im indischen Einkaufszentrum gibt es von allem ein bisschen mehr. Inder wohin das Auge reicht und ein Sortiment das Körper und Geist überfordert. Auf unzähligen Stockwerken verteilen sich feinste indische Stoffe, günstige Elektroartikel und ein Nahrunsgmittelangebot das seinesgleichen sucht. Früher ein winziger Tante-Emma-Laden, macht Gründer Mohamed-Mustafa heute mit dem Shopping-Tempel das Geschäft seines Lebens.

    Der Einblick in die quirlig-indische Lebensart bildet einen starken Kontrast zum sonst so geradlinigen Singapur und ist genau deswegen einen Ausflug wert.

    Stoffabteilung im Mustafa Centre

    3. Highlight: Kitsch, Glamour und ein Kuhzahn: Buddha Tooth Relic Temple

    Buddha Tooth Relic Temple and Museum
    288 South Bridge Road, 058840 Singapur
    Öffnungszeiten: täglich von 07:00 – 19:00
    www.btrts.org.sg

    Holy Cow! Da spenden die Chinesen in Singapur kiloweise Gold und Geld und dann das. Angeblich ist die Reliquie Buddhas im Buddha Tooth Relic Temple tierischer Natur. Der Zahn einer Kuh als Grund einen Tempel zu bauen? Wir lassen das mal so stehen.

    Chinesen bilden den größten Anteil an der Bevölkerung Singapurs und haben mit Chinatown ihr eigenes Viertel. Der Buddha Tooth Relic Temple ist dort eines der spirituellen, buddhistischen Zentren. 2005 eröffnet, gibt es im 40 Millionen Dollar Bau Räucherstäbchen-Romantik, hunderte Buddha Statuen und tausende Plastik-Blumen. Beeindruckend ist der riesige Tempel trotzdem. Eintritt muss dort keiner entrichtet werden, allerdings sind Spenden willkommen.

    4. Highlight: MacRitchie Nature Trail – „Please don’t feed the monkeys“

    MacRitchie Reservoir Park, Singapore 298717
    https://www.nparks.gov.sg

    5.000 Singapur Dollar – so viel kostet es in Singapur einen Affen zu füttern. Und davon gibt es am MacRitchie Nature Trail, dem 4. von 5 Singapur Highlights, besonders viele. Die wahre Besonderheit ist aber eine andere – entlang der 11km langen Pfade kann man wunderbar wandern, laufen oder den dortigen Stausee mit dem Kajak erkunden. Und das mitten in der Großstadt Singapurs.

    Ausgerüstet mit ausreichend Wasser beginnt die Wandertour beim Mac Ritchie Reservoir Park. Entlang des ältesten Stausees Singapurs verklingt langsam der Lärm der Stadt, bis man über Planken hinweg die Pfade erkunden kann. Begleitet von den Vogelgeräuschen des 1 Quadratkilometer großen Urwaldes erreicht man nach gut einer Stunde eine Ranger Station. Spätestens dort sitzen dann auch die Affen und starren mit großen Augen auf Touristen, die ihre 5.000 Dollar loswerden möchten. In unserem Fall: vergeblich. Wir hatten die Wanderung selbst unterschätzt und zu wenig Proviant dabei.

    In tropischen Gefilden geht es heiß her. Durchgschwitzt wandern alle die noch weiterkönnen hoch hinaus – das eigentliche Highlight wartet wenige Minuten später: der Singapore TreeTop Walk. Eine 250m lange Hängebrücke überspannt den Dschungel und ermöglicht Besuchern einen Blick aus der Vogelperspektive.

    Baum, Baum, Strauch, Baum, Baum – Naturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten, solange sie schwindelfrei sind.

    An späterer Stelle wartet auch noch eine Aussichtsplattform mit feinem Blick auf die Skyline, den See und – ja richtig – viele Bäume.

    5. Highlight: The hidden World Class View at Marina Barrage

    8 Marina Gardens Drive Singapore 018951
    http://www.pub.gov.sg/Marina

    Unser Reiseführer hat ein kleines Singapur Highlight verschwiegen: die Marina Barrage, zuständig für die Trinkwasserversorgung Singapurs. Oder besser gesagt, der Ausblick von dort. Auf der einen Seite zig Schiffe, die auf ihre Abfertigung im Hafen warten. Auf der anderen Seite breitet sich Singapur, die grünste Stadt Asiens, mit seinen vielen Highlights aus. Marina Bay Sands, Gardens by the Bay, Singapore Flyer – alle sind sie da. Das begrünte Dach des Gebäudes lädt zum Verweilen und Picknicken ein. Manche schlagen auch ein Rad…

    Unser Tipp: Picknick in der Dämmerung inkl. Lichtershow in den Gardens by the Bay um 19:45 – der perfekte Ausklang nach einem anstrengenden Tag.

    ..und das liebe Geld?

    Singapur ist in Südostasien die Ausnahme von der Regel. Während Thailand, Malaysia & Co. recht günstig zu bereisen sind, dürfte so mancher Backpacker in Singapur Schnappatmung bekommen. Keine Frage, Singapur ist eine teure Stadt. Allerdings gibt es genug günstige Alternativen, um die Nächtigungs-, Ess- und Getränkekosten niedrig zu halten.

    Schlafen:

    • Hostels gibt’s ab 20 Euro pro Nacht
    • Appartments (z.B: bei Airbnb, 9flats oder Wimdu) ab 70 Euro pro Nacht, Privatzimmer kosten ab 40 Euro
    • Hotels kosten je nach Standard ab etwa 100 Euro

    Essen:

    • Hawker Centres: Diese Imbissstände (meist mehrere davon) gibt es an jeder Ecke und essen kann man schon um sensationelle 2-3 Euro.
    • Food Courts: Etwas teurer als die Hawker Centres findet man in Food Courts richtig gutes Essen um 5-7 Euro.
    • Restaurants: Der Preissprung ist größer als der Qualitätsgewinn. Wer gerne für gutes Ambiente zahlt, muss für eine Hauptspeise um die 15-20 Euro rechnen.

    Trinken:

    • Soft Drinks & Wasser: Günstig, wie überall sonst auch.
    • Alkohol: Selten teurer gesehen – Bier kostet regulär 8-10 Euro. Manche Rooftop Bars verlangen Eintritt und inkludieren ein Getränk. So gibt’s zumindest Ausblick UND Bier.

    Das bessere Dubai?

    Auf den ersten Blick ist Singapur ein bisschen wie Dubai. Wolkenkratzer ohne Ende, unzählige Malls um dem Shopping-Dasein zu fröhnen und eine Menge Bling-Bling Attraktionen (allen voran die „Entertainment-Insel“ Sentosa), die um teures Geld die Massen anziehen sollen.

    Je mehr Zeit man der Stadt allerdings widmet, umso stärker ändert sich die Perspektive. Unterschiedlichste Kulturen, Religionen und Ethnien koexistieren nebeneinander und bringen Leben in die Stadt.

    Aber der größte Unterschied? Singapur ist grün ohne Ende, eine Stadt im Garten und keine Stadt mit Garten. Riesige Parks, vertikale Gebäudegärten und wunderschöne Wälder machen die Metropole attraktiv.

    Wem es zu wenig ursprünglich ist, der kann in Null-Komma-Nix binnen einer Stunde nach Malaysia reisen. Das Unesco-Weltkulturerbe Malakka ist per Bus in vier Stunden erreichbar und sicher eine Reise wert.

    Und weil wir es dort hin nicht geschafft haben, wird uns Singapur wiedersehen. Garantiert.